Baum des Jahres Saale-Holzland-Kreis
Baum des JahresAlljährlich wird vom Kuratorium „Baum des Jahres\" ein Baum ausgewählt, mit dem auf Bäume und die damit verbundenen Probleme und Gefährdungen hingewiesen werden soll.
Mit der „Weißtanne“ (Abies alba) wurde in diesem Jahr ein Baum ausgewählt, der im Saale-Holzland-Kreis noch wenige natürliche Vorkommen an der Nordgrenze des Areals aufweist.
Der Name „Weißtanne“ geht auf die helle Borke der alten Bäume zurück. Die Weiß- oder Edeltanne ist ein immergrüner Nadelbaum, der Höhen von bis zu 50 (maximal 65) Metern erreichen kann und damit neben der Esche der höchste einheimische Baum ist. Als Höchstalter werden in der Literatur 600 Jahre angegeben. Die Tanne ist sehr empfindlich gegen Luftverschmutzungen aller Art, sie ist deshalb die vom Waldsterben am stärksten betroffene Nadelbaumart.
Die charakteristischen dunkelgrünen, oberseits glänzenden Nadeln, die – im Gegensatz zur Fichte – an der Spitze nicht stechen und die stets behaarten Jungtriebe machen ein Erkennen dieser Baumart bei näherer Betrachtung leicht möglich. Von weitem sind alle Tannen oft an ihrer abgerundeten bis abgeflachten Krone zu erkennen (sog. „Storchennestkrone“). Die Tannen werden von der Tannenmistel besiedelt ein Vorkommen gibt es auch im Saale-Holzland-Kreis unweit von Meusebach.
Das Holz der Weißtanne ist harzfrei, daraus resultieren viele Verwendungsmöglichkeiten, die bei anderen Nadelhölzern nicht möglich sind. Tannenholz fand u. a. als Möbelholz, zur Herstellung von Musikinstrumenten Verwendung aufgrund der Seltenheit kommt heute einheimisches Tannenholz kaum noch in den Handel.
Noch im 16. Jahrhundert waren die Waldbestände im Buntsand-steingebiet (z. B. im Rotehofbachtal) vielfach von Tannen geprägt. Durch die danach veränderte Waldbewirtschaftung (Kahlschlagwirtschaft) sowie die hohe Schadstoffempfind-lichkeit ist die Weißtanne in unserem Gebiet fast ausgestorben. Alttannen gibt es noch im Tautenburger Forst, im Zeitzgrund und vor allem im Rotehofbach-Gebiet. Eine Tannen-Naturverjüngung ist aufgrund der hohen Wildbestände nur noch an ganz wenigen Stellen zu finden. Die stärkste uns bekannte Tanne im Saale-Holzland-Kreis steht im Wendelsgraben bei Meusebach sie weist einen Stammdurchmesser von 77 cm auf.
Durch den starken Rückgang der Bestände wurde die Weißtanne in die „Rote Liste der gefährdeten Gefäßpflanzenarten Thüringens“ aufgenommen.
Baum des Jahres