Museumspädagogik Dithmarschen
\"Balken, Steine, Sprücheklopfer...\" - Ein gelungenes Beispiel für praktische Museumspädagogik 10.02.2006MELDORF (pid). Für Landrat Dr. Jörn Klimant ist die neue Ausstellung des Dithmarscher Landesmuseums über die Fachwerkarchitektur um 1600 in Meldorf ein gelungenes Beispiel für praktische Museumspädagogik. Vom 17. Februar bis zum 25. Juni 2006 ist das Resultat unter dem Motto \"Balken, Steine, Sprücheklopfer... \" in der Neuen Holländerei, Meldorf, zu sehen. Dr. Jörn Klimant: \"Die Meldorfer Gelehrtenschule und das Dithmarscher Landesmuseum bilden ein gutes Gespann. Im Klassenzimmer Museum ist handfest gearbeitet worden.\" Der Eintritt ist frei.
Aufgenommen kurz vor dem Abbruch (1904): Haus Norderstr. 17, errichtet um 1600.
Foto: Kreis Dithmarschen
Das Alte Pastorat in Meldorf wird seit September 2005 saniert. Für das Dithmarscher Landesmuseum/Schleswig-Holsteinische Landwirtschaftsmuseum war damit der richtige Zeitpunkt gekommen, sich einem Thema zuzuwenden, das seit längerem von Wilhelm Dohrmann, Kunstlehrer der Meldorfer Gelehrtenschule, und einer großen Zahl wechselnder Schüler intensiv bearbeitet wird: der Fachwerkarchitektur um 1600 in Meldorf.
Das Alte Pastorat in Meldorf wurde 1600/1601 unter Einbeziehung älterer Gebäudereste (der Klosterkapelle) erbaut. Es zählt zu den herausragendsten Objekten im historischen Stadtbild Meldorfs. Hier ist die Museumsweberei untergebracht. Das Gebäudedenkmal war in seiner Bausubstanz gefährdet. Im September 2005 begannen die Instandsetzungsarbeiten am Alten Pastorats in Meldorf.
Für alle Interessierten grenzte es an ein Wunder, dass im letzten Moment doch noch die erforderlichen Finanzmittel bereit gestellt werden konnten. Nach der Sanierung wird das Gebäude von der „Perspektive Meldorf“ bewirtschaftet. Sie wird dort einen gläsernen Werkhof einrichtet.
Durch das Engagement der Meldorfer Gelehrtenschule konnten insgesamt 10 Häuser aus der Zeit von 1576 bis 1631 detailgenau rekonstruiert und gezeichnet werden, darunter das Alte Pastorat und das sogenannte Heldtsche Haus am Nordermarkt (abgebrochen 1902). Das Museum steuerte einiges an Material bei, um die detaillierten Forschungsergebnisse von Schülern und Lehrer zu ergänzen, darunter eine Reihe historischer Fotografien sowie Fragmente des Giebels vom Heldtschen Haus, der innerhalb der Ausstellung in der Neuen Holländerei unter Einbeziehung von Originalteilen in eindrucksvoller Weise rekonstruiert wird.
Dr. Wolf Könenkamp: \"So kam es zu einer ausgesprochen fruchtbaren Zusammenarbeit von Schule und Museum, die letztlich in die Realisierung der Ausstellung und eines begleitenden Sonderheftes der Zeitschrift \'Dithmarschen\' mündete.\" Die dort dokumentierten Ergebnisse sind sicherlich nicht nur als Beitrag zur Meldorfer Stadtgeschichte, sondern auch als wichtiger Schritt in der bisher eher lückenhaften Bauforschung Dithmarschens anzusehen.
Die Ausstellung \"Balken, Steine, Sprücheklopfer... \" wird am 17. Februar 2006, 19.30 Uhr in der Neuen Holländerei am Schleswig-Holsteinischen Landwirtschaftmuseum eröffnet und ist dort bis zum 25. Juni 2006 zu sehen.
Geöffnet: Di – Fr. 9 – 17 Uhr, So 11 – 17 Uhr, ab Ostern auch Sa 11– 17 Uhr
Autor: Pressestelle, 10.02.2006
Museumspädagogik