Radwege Riesa-Grossenhain
Von neuen Radwegen, einer Stelzenstraße und OrtsumfahrungenFür Kreisrat und Busunternehmer Steffen Weigt (CDU) ist der weitere Ausbau der Infrastruktur vor allem mit Blick auf kurze Transportwege für regionale Unternehmen die zentrale Aufgabe der nächsten Jahre schlechthin. Und so haben er wie alle anderen Kreisräte im Ausschuss für Wirtschaft, Umwelt und Kreisentwicklung die Ausführungen von Landrat Rainer Kutschke zum Ausbau der Bundes- und Staatsstraße im Landkreis Riesa-Großenhain nach einem Informationsgespräch mit dem Straßenbauamt Meißen sehr interessiert verfolgt. Priorität haben demnach die Bundesstraßen, nicht zuletzt aufgrund finanzieller Engpässen des Freistaates Sachsen. So soll die Ortsumfahrung Großenhain der B 98 forciert werden. Dazu Rainer Kutschke: „Bereits im März bzw. April beginnt der Brückenbau, insgesamt soll der erste Bauabschnitt dieser Umfahrung im IV. Quartal 2007 übergeben werden.“ Ebenso ist die Ortsumfahrung Wildenhain ein aktuelles Thema. Die Vorplanungen sind beendet, die Anhörung folgt in den nächsten Wochen. Landrat Rainer Kutschke hofft hier auf Baurecht Ende 2006 und raschen Baubeginn, vorausgesetzt „die Bundesregierung stellt die Finanzen dafür bereit.“ Doch ohne Planung, dass machte der Kreischef deutlich, werde es auch keine Einordnung in den Bundeswegeplan geben. Damit bleibt auch der Ausbau der B 98 bis Folbern spannend. Bis Ende dieses Jahres soll das Baurecht hergestellt sein, Baubeginn wäre dann 2008.
Die bereits diskutierten Ortsumfahrungen von Thiendorf und Schönfeld müssen nach Ansicht des Straßenbauamtes Meißen nochmals auf den Prüfstand. „Hier streben wir nach einer gemeinsamen Lösung für beide Gemeinden“, so Rainer Kutschke. Bereits im März soll hingegen das Baurecht für die B 101 nördlich von Großenhain vorliegen. Besonders erfreut werden die Radfahrer die Nachricht vom Radweg entlang der B 101 zwischen Priestewitz und Großenhain aufnehmen. „Noch in diesem Jahr folgen die Anhörungen der Träger öffentlicher Belange nach Herstellung der Planung. Baubeginn wie -ende sind für 2007 avisiert“, informiert der Kreischef. Der Bahnübergang Priestewitz ist derzeit weder für das Straßenbauamt, noch für die Landkreisverwaltung oder die Gemeinde ein Thema. „Zu kompliziert und damit verkehrstechnisch wenig sinnvoll“, argumentierte der Landrat die bisherigen Überlegungen zur Dorfumfahrung. Ähnlich ergeht es der Ortsumfahrung Gröditz, hier muss eine einvernehmliche Lösung mit Elsterwerda auf den Tisch. Entlang der B 169 in Tiefenau entsteht hingegen in nächster Zeit ein Fuß-Rad-Weg, worüber sich Anwohner wie Ausflügler gleichermaßen freuen werden. Diese Vorfreude ist auch an der B 182 berechtigt, wo zwischen Riesa und Strehla endlich der Radweg gebaut wird. Für den 2. und 3. Bauabschnitt der vieldiskutierten B 169 ist das Straßenbauamt Döbeln zuständig. Baubeginn soll hier 2006 bzw. 2007 sein. Für die Ortsumfahrung Zschaiten wird nun ein Planfeststellungsverfahren auf den Weg gebracht, nachdem die Grundstücksankäufe gescheitert waren.
Auch bei den Staatsstraßen gibt es einige wichtige Vorhaben. So soll entlang der S 88 in der Ortslage Diesbar-Seußlitz endlich die Radweglücke geschlossen und die Straße durchgängig ausgebaut werden. Gleiche Straßennummer aber diesmal in Höhe Gohlis soll die Staatsstraße über ein neues Brückenwerk führen. Während der Augustflut 2002 erwiesen sich die Durchlässe als zu gering. Es kam zu einem gefährlichen Rückstau und der Forderung, die Straße auf Feldniveau abzusenken. „Das geht nicht“, so Landrat Rainer Kutschke, „weil die S 88 eine der wichtigsten Versorgungs- und Evakuierungstrassen entlang der Elbe ist. Darum wird sie nun so zusagen auf Stelzen gestellt.“ Freuen dürfen sich endlich auch die Nieskaer übe den Ausbau der S 89 im Jahr 2007.
Insgesamt schienen Landrat und Kreisräte mit den Planungen des Straßenbauamtes Meißen sehr zufrieden, werden doch in den nächsten Jahren viele kritische Themen angepackt.
Dr. Kerstin Thöns
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