Die Rabensage Merseburg-Querfurt
Im 15. Jahrhundert lebte in Merseburg Bischof Tilo von Trotha. Dieser besaß einen goldenen Siegelring, ein Geschenk seines Freundes, des Bischofs von Naumburg. Eines Morgens ließ er ihn am offenen Fenster liegen und bemerkte nach kurzer Abwesenheit den Verlust des Ringes. In seinem Zorn bezichtigte er seinen langjährigen Diener des Diebstahls und traf eine folgenschwere Entscheidung.Obwohl der Diener heftig seine Unschuld beteuerte, ließ er ihn in den Kerker werfen und hinrichten. Nach einer Gewitternacht musste an einem der Türme des Schlosses die Dachverkleidung erneuert werden. Hoch oben wurde in einem Rabennest der Siegelring des Bischofs entdeckt. Somit war die Unschuld des treuen Dieners erwiesen, und Tilo von Trotha ließ als Mahnung, kein Urteil im Jähzorn zu fällen, im Schlosshof einen prächtigen Vogelbauer errichten. Der neue Rabenkäfig
Ein Kolkrabe büßt seither für den Diebstahl in einem Käfig im Schlosshof.
Anmerkung: Damit der Rabe nicht zu einsam ist, wurde der Käfig vergrößert und er bekam eine Gefährtin.
Die Rabensage