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SPSG kann für 2005 eine positive Bilanz ziehen

27.01.2006
Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg


Mit insgesamt 2,24 Millionen Besuchern kann die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) eine positive Bilanz des Jahres 2005 ziehen: Rund 0,5 Prozent mehr Besucher als im Vorjahr begaben sich an authentischen Orten auf Entdeckungsreisen durch die brandenburgisch-preußische Geschichte.

Zu den besonderen Höhepunkten in 2005 zählte die bereits seit Jahren diskutierte Übergabe des Schlosses Schönhausen in die Obhut der SPSG. Dank der vom Land Berlin gesicherten Finanzierung konnte die Sanierung nach einer sehr erfolgreichen Publikumsöffnung noch im Herbst begonnen werden. Sie wird exemplarisch für die zukünftigen denkmalpflegerischen und restauratorischen Aufgaben der SPSG und bis Ende 2009 abgeschlossen sein.

Neben der erstmals in nur wenigen Stunden ausverkauften Potsdamer Schlössernacht war 2005 vom zehnjährigen Jubiläum der Stiftungsgründung sowie der 300-Jahr-Feier Charlottenburgs geprägt. Zum zehnten Stiftungsgeburtstag lud die SPSG zu zehn außergewöhnlichen Entdeckungsreisen ein: An zehn Orten wandelten knapp 5.000 Besucher unter Palmen, wanderten von Turm zu Turm, radelten entlang der Havel oder bestiegen Baugerüste. Sie lernten die königlichen Schlösser und Gärten aus einer ganz neuen Perspektive kennen und zeigten sich durchweg begeistert.

Anlässlich des 300-jährigen Stadtjubiläums in Charlottenburg konzentrierte die SPSG erstmals in diesem Jahr ihre Aktivitäten auf Schloss und Garten Charlottenburg. Das in Teilen gemeinsam mit dem Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf gestaltete Programm fand im Sommer seinen Höhepunkt mit dem Charlottenburger Schlossgartenfest, das als ein barockes Gartenfest zu Ehren der Königin Sophie Charlotte inszeniert wurde. Die Präsentation der Fabergé-Pretiosen in der Goldenen Galerie des Schlosses Charlottenburg entwickelte sich mit fast 62.000 Besuchern schnell zum Publikumserfolg. Ein besonderes Medien- und Besucherinteresse findet noch immer die Ausstellung \"Die Kaiser und die Macht der Medien\", die bis zum 17. April 2006 in den neu hergerichteten Räumen des Neuen Flügels zu sehen ist.

2005 war für die SPSG ein \"Drei-Kaiser-Jahr\": Im Neuen Palais von Sanssouci widmete sich die erste Ausstellung \"Der Traum vom Orient\" den Reisen Kaiser Wilhelms II. in das Osmanische Reich die zweite Ausstellung \"Der Kaiser im Bild\" ging der Frage nach, wie Wilhelm II. die Fotografie als PR-Instrument einsetzte. Beide in Kooperation mit der Stichting Huis Doorn entstandenen Präsentationen hatten jeweils knapp 5.000 Besucher. Die Charlottenburger Schau \"Die Kaiser und die Macht der Medien\" bietet einen konzentrierten und kritischen Blick auf die Selbstinszenierung der drei deutschen Kaiser Wilhelm I., Friedrich III. und Wilhelm II.

In Königs Wusterhausen regte die mit fast 14.000 Besuchern von der Öffentlichkeit sehr positiv aufgenommene Ausstellung \"Lange Kerls. Muster, Mythos oder Maskerade\" dazu an, unser Bild von den legendären Langen Kerls kritisch zu hinterfragen. Die in Kooperation mit der SPK entstandene Schau über die Lieblingssoldaten König Friedrich Wilhelms I. bescherte Schloss Königs Wusterhausen ein Besucherplus von 28,2 Prozent.

In Potsdam konnte im Mai eine der größten Wiederherstellungsprojekte der SPSG abgeschlossen werden: Mit der Fertigstellung der Flügelmauern wurde das gesamte Belvedere auf dem Pfingstberg der Öffentlichkeit feierlich übergeben. In nur sieben Jahren war es gelungen, Dank des Engagements von Prof. Dr. Werner Otto, der Herrmann Reemtsma Stiftung, des Fördervereins Pfingstberg e.V. und vieler anderer Spender, Potsdams beliebteste Aussicht vollständig zu sanieren. Ein weiteres großes Sanierungsprojekt fand mit einer Baustellenbesichtung seinen Beginn unter großem Publikumsinteresse: die Restaurierung der Kolonnaden am Neuen Palais von Sanssouci. Bis 2012 soll das komplizierte Projekt abgeschlossen sein.

Mit dem Aufbau der Marketing-Abteilung in der SPSG verband sich in Potsdam die Herausgabe der ersten Turmkarte für die fünf schönsten Aussichten der Landeshauptstadt. Die Idee war erfolgreich: Flatowturm, Orangerieschloss, Normannischer Turm und das Belvedere auf dem Klausberg und Pfingstberg verzeichneten mit insgesamt 178.213 ein Plus von 4,8 Prozent. Wachsendes Interesse fanden auch die Angebote der SPSG für Kinder und Jugendliche, die weiter ausgebaut werden. In 2005 feierten, staunten und lernten knapp 1.300 junge Schlossfans in historischer Umgebung.

Nachdem im vergangenen Jahr die beiden großartigen Gemälde \"Italianisierende Landschaft mit Ruinen und Ziegen\" des niederländischen Malers Jan Linsen (1602/03 - 1635) und \"Ausritt der Fürstin Liegnitz im Park von Charlottenburg\", das wohl schönste Bild von Franz Krüger (1797-1857), nach rund 60 Jahren wieder in die Obhut der SPSG zurückkehren konnten, soll im Rahmen einer Kooperation der Wissensstand in Deutschland über den Verbleib der kriegsbedingt vermissten oder verschollenen Kunstwerke insgesamt verbessert werden. Die SPSG gründete gemeinsam mit anderen betroffenen Museen die \"Initiative Deutsch-Russischer Museumsdialog\", die die deutschen Interessen zu bündeln und nach innen und außen fachlich vertreten soll. Dabei sollen deutsche Wissenschaftler möglichst in Kooperation mit den russischen Kollegen zu bisher verschlossenen Depots und zu entsprechenden Archivmaterialien in Russland Zugang erhalten. Die SPSG vermisst noch immer mehrere zehntausende Kunstobjekte und über 3.000 Staffeleibilder sowie Wand- und Deckengemälde.

Mit der Unterzeichnung des Finanzierungsabkommens bis 2008 zwischen den Ländern Berlin und Brandenburg sowie dem Bund als größtem Zuwendungsgeber im August in Sanssouci sind neben Schloss Schönhausen auch Schloss Paretz und das Schlossmuseum Oranienburg an die SPSG übertragen worden.



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