Radwandern Ludwigsburg

Vom Frühjahr bis zum Herbst am Neckar entlang:




Kunst und Kultur mitten in der Natur

Landkreis, Umweltstiftung Euronatur und Künstler aus fünf Ländern laden zur Neckarkunst II ein





Mit einer Open-Air-Kunstausstellung entlang des Neckars zwischen Mundelsheim und Kirchheim, einer Fesselballon-Installation am Flusslauf und einem Erlebniswochenende wollen der Landkreis Ludwigsburg und die Umweltstiftung Euronatur gemeinsam mit Künstlern aus fünf Ländern den Neckar in den Blickpunkt rücken. „Ziel der Aktionen ist es, die Bedeutung des Neckars als Kultur-, Natur- und Erlebnisraum aufzuzeigen“, sagte Landrat Dr. Rainer Haas bei der Präsentation des Programms am Montag im Ludwigsburger Kreishaus.

Der Auftakt für die Veranstaltungsreihe ist die Freiluft-Kunstausstellung „Neckarkunst II“, die am 20. Mai mit einer Schiffsreise auf dem Neckar und einem Festakt eröffnet wird. Bis in den Herbst hinein wird die Kunstausstellung am Neckar zwischen Mundelsheim und Kirchheim zu sehen sein. Standorte sind unter anderem die Schleuse in Hessigheim, die Radwege zwischen Besigheim und Hessigheim, der Bootsanleger Hessigheim/Besigheim, die Mundelsheimer Käsberghalle und das Kirchheimer Neckarknie. Gezeigt werden Objekte von 19 deutschen Bildhauern und Malern - vorwiegend aus dem Kreis - und neun aus den Partnerlandkreisen Komitat Pest (Ungarn), Oberes Galiläa (Israel) und Yichang (China) sowie der italienischen Provinz Bergamo, mit der der Landkreis zusammenarbeitet.

Auftrag der beteiligten Künstlerinnen und Künstler ist es, sich mit dem Fluss und der umgebenden Landschaft künstlerisch auseinander zu setzen. „Die Objekte werden eigens für diese Ausstellung geschaffen und sind nach einer Ausschreibung von einer sechsköpfigen Jury aus Kunstsachverständigen und Vertretern des Landkreises anhand von Entwürfen ausgewählt worden“, informierte der Landrat. Der Ausstellung voraus geht vom 5. bis 19. Mai ein Symposium, bei dem die Künstlerinnen und Künstler vor Ort an ihren Objekte und Bildern arbeiten. Geschaffen werden Malereien und Skulpturen aus Stein, Holz, Metall und Kunststoff.

Zu sehen sein werden Arbeiten von Giuseppe Walter Altini (Bergamo/Italien), Roland Bentz (Bietigheim), Sun Caiging (Yichang/China), Chen Debao (Yichang/China), Emilio Facchinetti (Bergamo/Italien), Jörg Failmezger (Pleidelsheim), Szófia Farkas (Pest/Ungarn), David Fine (Kiryat Shmona/Israel), Michaela Fischer (Auenstein), Wolfgang Folmer (Ludwigsburg), Christina Frey (Löchgau), Uli Gsell (Ostfildern), Mihály Gubis (Pest/Ungarn), Ulli Heyd (Korntal-Münchingen), Wolfgang Kern (Ludwigsburg), Dieter Kränzlein (Pleidelsheim), Margit Lehmann (Asperg), Bichan Maschajechi (Buchen), Markus Merkle (Stuttgart), Helga Möhle (Murr), Sibylle Möndel (Kornwestheim), Kersten Paulsen (Markgröningen), Shaul Sinai (Kiryat Shmona/Israel), Gerhard Sonns (Neuenbürg), Karlheinz Stoklas (Unterreichenbach), Kurt Tassotti (Mühlacker) und Bernd Zimmer (Ludwigsburg).

Die Ausstellung Neckarkunst II soll die kulturelle Auseinandersetzung mit der Neckarlandschaft weiterführen, die durch die erfolgreiche erste Neckarkunst-Ausstellung im Sommer 2000 begonnen worden ist. Damals hatten sich entlang des Neckars zwischen Ludwigsburg-Poppenweiler und Pleidelsheim 29 regionale und vier israelische Künstlerinnen und Künstler beteiligt.

Begleitet wird die Kunstaktion auch von einem Neckar-Erlebniswochenende. Natur- und Umweltverbände, Heimat- und Wandervereine wollen dann den Mitbürgern die Natur des heimatlichen Neckars und seine Flusslandschaft näher bringen, die von den dort siedelnden Menschen geprägt worden ist.

Den Schlusspunkt des Neckar-Aktionsprogramms setzt eine Fesselballon-Installation an zwei Tagen im Herbst. \"Die Ballons sollen den Lauf des Neckars markieren, den Fluss auf eine zweite Ebene heben und so weit ins Land hinaus sichtbar machen\", sagt Claus-Peter Hutter, Präsident der Stiftung Euronatur. Zusätzlich sollen zur gleichen Zeit Grundschul- und Kindergartenkinder in allen Neckargemeinden Tausende von Luftballons mit Gedanken und Botschaften zum Neckar hochsteigen lassen. Sowohl unter den Findern der an den Ballons hängenden Karten als auch unter den Absendern werden Preise verlost. Die Aktion wird nicht nur vom Boden, sondern auch aus der Luft fotografisch festgehalten und soll über den Tag hinaus zusammen mit vielen anderen wissenswerten Tatsachen über den Neckar im Landkreis in einem Buch dokumentiert werden. „Schließlich ist der Neckar die wohl größte Kulturmeile Deutschlands“, meint Hutter.

Unterstützt wird das Gesamtprojekt vom Verband Bildender Künstler der Region Ludwigsburg, dem Bund freischaffender Bildhauer Baden-Württemberg und der Ateliergemeinschaft der Eberhard-Ludwig-Kaserne Ludwigsburg. Mit dabei sind darüber hinaus Natur- und Umweltschutzverbände sowie Wander- und Heimatorganisationen.

In das Gesamtprojekt bringen sich darüber hinaus die am Neckar gelegenen Städte und Gemeinden des Landkreises Ludwigsburg mit ein. Zudem sind in den an der Neckarkunst beteiligten Kommunen Kirchheim, Mundelsheim, Hessigheim, Besigheim, Walheim und Gemmrigheim während der Dauer der Ausstellung verschiedene Veranstaltungen geplant. Vorgesehen sind unter anderem „Kunstspaziergänge“, Führungen entlang der Ausstellung, eine Kunst- und Kulturwoche in Besigheim im Mai, lokale Kunstaktionen zum Beispiel in Gemmrigheim und Besigheim oder die „Radlerbewirtung“ am Radweg bei Walheim.

„Wir machen gemeinsame Sache mit Künstlern und Naturfreunden, mit Städten und Gemeinden“, sagt Haas. „Wir stellen ein vielfältiges Angebot für Tagesausflügler zusammen – schließlich wollen wir zeigen, wie interessant und attraktiv es am Neckar ist. Dass wir dieses große Projekt für unsere Bürger verwirklichen können, verdanken wir nicht nur dem begeisterten Engagement aller Beteiligten, sondern auch zahlreichen Sponsoren und Förderern – allen voran unserer Kreissparkassen-Stiftung.“


Radwandern